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Vokalensemble für Musik des
Mittelalters
am Dom zu Speyer |
Zur
Geschichte des Klosters Otterberg
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Die Zisterzienserabtei Otterberg wurde
wahrscheinlich 1143 von Graf Siegfried IV. von Northeim-Boyneburg
gestiftet. Gemäß den Bestimmungen des Wormser Konkordats von 1122
mussten Stiftungen geistlicher Institutionen, wie z.B. Klöster, in ihre
weltlichen und geistlich-religiösen Bestandteile getrennt werden.
Demnach hatte der in der Gründungsurkunde genannte Sigefridi
das neue Kloster mit der Otterburg und zugehörigen Ländereien
ausgestattet. In der in Speyer aufbewahrten Urkunde übertrug der
Mainzer Erzbischof Heinrich I. dem Abt des nahe gelegenen Klosters
Eberbach im Rheingau die Kirche der Otterburg samt Ausstattung und
Einkünften zum geistlichen Vollzug des Stifterwillens, d.h. mit dem
Auftrag, Mönche zu entsenden. Die als Zeugen benannten Persönlichkeiten
legen den Schluss nahe, dass die Klostergründung während einer
Bischofssynode im März 1143 in Mainz beglaubigt wurde.
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Blick ins Mittelschiff nach Osten mit Hochschiffwand und
Apsis |
Noch bevor das Areal des neuen Klosters
besiedelt werden konnte, verstarb der Stifter 1144. Erst im März des
folgenden Jahres entsandte der Eberbacher Abt Ruthard gemäß den
Ordensregeln zwölf Mönche zur Otterburg. Durch den frühen Tod des
Wohltäters geriet die Gemeinschaft offenbar in wirtschaftliche
Schwierigkeiten. Um 1148 wandte man sich an Hildegard von Bingen, die
hoch geachtete Äbtissin der Nonnenklöster Rupertsberg und Eibingen, mit
der Frage, ob man zurückkehren solle. Hildegard bewog die Mönche zum
Bleiben. Dennoch konnte die Abteikirche erst 20 Jahre später begonnen
werden. Das Kloster wurde nun ins Tal des Otterbachs verlegt, der
ursprüngliche Name Otterburg aber bis 1603 beibehalten.
Um 1190/95 setzte u.a. durch ein
umfangreiches Privileg Papst Innozenz' III. ein schneller
wirtschaftlicher Aufstieg ein, wovon nicht zuletzt die Klosterkirche
zeugt. Bereits zwei Jahre nach ihrer Weihe im Jahr 1254 besaß der
Konvent Ländereien in 70 Orten und unterhielt u.a. in Mainz, Worms,
Speyer und Kaiserslautern Wirtschaftshöfe. Die Blüte hielt rund 100
Jahre an: Bereits 1301 musste erstmals ein großer Klosterhof verpachtet
werden. Die Stiftungen gingen merklich zurück, verminderte Einnahmen
wurden zunehmend durch Verpfändungen und Verkäufe von Klosterbesitz
kompensiert.
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Die Abtei musste 1332 der
Schutzvogtei der Kurfürsten von der Pfalz unterstellt werden, was zur
Folge haben sollte, dass sie immer stärker unter den Einfluss des
pfälzischen Hauses geriet. Wie an anderen Klöstern beschleunigte sich
der ökonomische Niedergang in der zweiten Hälfte des 14. und im 15.
Jahrhundert. Zudem häuften sich Schäden infolge kriegerischer
Auseinandersetzungen, z.B. in der Fehde Graf Emichs von Leinigen
(1375), eines Gefolgsmanns der Pfalzen. Auch Versuche des Landesherren,
u. a. von Kurfürst Ludwig III., das Kloster von Abgaben zu entlasten,
konnten die wirtschaftliche Misere nicht beheben. Schließlich endete
mit der Einführung der Reformation in der Pfalz die Geschichte der
Zisterzienser in Otterberg: Nachdem Kurfürst Ottheinrich zum
protestantischen Glauben übergetreten war, stellte sein Nachfolger
Friedrich III. Abt Wendelin Merbot vermutlich 1559 vor die
Wahl, entweder dem neuen Glauben beizutreten oder die Abtei zu räumen.
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Westportal |
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1561 verzichtete der letzte Abt auf alle
Rechte und verließ das Kloster zusammen mit den drei verbliebenen
Mönchen. Friedrich zog das Kloster und zugehörige Güter ein, die bis
1698 von der Geistlichen Güteradministration in Heidelberg verwaltet
wurden.
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Copyright:
Deutscher Kunstverlag GmbH
München Berlin
Nymphenburger Str. 84
80636 München
Tel. 089/1215-22
Fax 089/121516-16 |
Aufnahmen:
Michael Jeiter, Morschenich
Hans Freytag, Neuhofen
Historisches Museum der Pfalz,
Speyer
Bischöfliches Bauamt, Speyer |
Text:
Dr. Eduard Sebald
c/o Landesamt für
Denkmalpflege, Mainz |
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Führungen:
Tourist Information
Hauptstr. 61
61679 Otterberg
Tel. 06301/31504 |
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26.04.2011
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